NOx-Sensor erneut defekt? Marderschaden statt Sensorausfall

Motorkontrollleuchte nach dem Sensortausch: Nicht der NOx-Sensor, sondern ein Marderschaden war die Ursache.

NOx-Sensor erneut defekt? Marderschaden statt Sensorausfall

Nur etwa ein halbes Jahr nach dem Austausch eines NOx-Sensors leuchtete die Motorkontrollleuchte des Fahrzeugs erneut auf. Da im Fehlerspeicher wieder eine Beanstandung im Bereich des NOx-Systems abgelegt war, lag zunächst der Verdacht nahe, dass der ersetzte Sensor erneut ein Problem verursachte.

Diese erste Vermutung war auch deshalb nachvollziehbar, weil bei der vorherigen Reparatur ein Sensor aus dem Zubehör verbaut worden war. Ein früher Bauteilausfall ist grundsätzlich möglich. Nachdem der Sensor jedoch rund ein halbes Jahr unauffällig funktioniert hatte, wäre es nicht sachgerecht gewesen, ohne weitere Prüfung von einem erneuten Sensordefekt auszugehen. Deshalb wurde nicht sofort ein weiterer Sensor bestellt, sondern zunächst die tatsächliche Fehlerursache überprüft.

Gleicher Fehlereintrag bedeutet nicht automatisch, dass wieder dasselbe Bauteil defekt ist.

Ursache bei der Diagnose schnell gefunden

Bei der gezielten Prüfung war die Ursache rasch erkennbar: Am Hitzeschutz im Bereich der Leitung des NOx-Sensors waren deutliche Bissspuren vorhanden. Die durch einen Marder verursachte Beschädigung war somit kein Zufallsfund, sondern wurde im Rahmen der Diagnose gezielt festgestellt. Der NOx-Sensor selbst musste nicht erneut ersetzt werden.

Gerade wenn ein Fehler kurze Zeit nach einem Bauteiltausch wieder auftritt, erscheint ein erneuter Austausch zunächst naheliegend. In diesem Fall hätte er jedoch unnötige Materialkosten verursacht.

Marderschaden am Hitzeschutz der NOx-Sensorleitung
Deutliche Marderspuren am Hitzeschutz im Bereich der NOx-Sensorleitung.
Detailaufnahme der Bissspuren am Hitzeschutz der NOx-Sensorleitung
Bei der gezielten Prüfung war die beschädigte Stelle schnell zu erkennen.

Anschließende Kontrolle auf weitere Marderschäden

Nachdem der Marderschaden als Ursache festgestellt worden war, wurde das Fahrzeug gezielt auf weitere betroffene Stellen kontrolliert. Die zusätzlichen Beschädigungen waren daher ebenfalls keine Zufallsfunde, sondern das Ergebnis einer systematischen Anschlussprüfung.

Dabei zeigten sich an mehreren Stellen des Unterbodens weitere deutliche Spuren:

  • Die Ölwannenisolierung war auf unterschiedlichen Seiten angebissen.
  • Dämm- und Schallschutzmaterial war teilweise stark beschädigt.
  • Der Schallschutz am Unterfahrschutz war stellenweise zerfetzt.

Die Kontrolle weiterer Bereiche ist nach einem festgestellten Marderschaden sinnvoll. So können zusätzlich betroffene Leitungen, Schläuche oder Dämmungen erkannt werden, bevor daraus weitere Probleme entstehen.

Angebissene Ölwannenisolierung am Fahrzeugunterboden
Angebissene Ölwannenisolierung auf einer Fahrzeugseite.
Marderschaden an der Ölwannenisolierung auf der gegenüberliegenden Fahrzeugseite
Auch auf der gegenüberliegenden Seite waren deutliche Bissspuren vorhanden.
Zerfetzter Schallschutz am Unterfahrschutz nach einem Marderschaden
Weitere Marderspuren am Dämm- und Schallschutz des Unterbodens.

Instandsetzung statt erneutem Sensortausch

Die beschädigte Stelle im Bereich der NOx-Sensorleitung wurde fachgerecht instand gesetzt. Bei der anschließenden Funktionsprüfung arbeitete das NOx-System wieder einwandfrei. Ein erneuter Austausch des erst etwa ein halbes Jahr zuvor eingebauten Sensors war nicht erforderlich.

Fachgerecht instand gesetzter Hitzeschutz an der NOx-Sensorleitung
Der beschädigte Bereich nach der fachgerechten Instandsetzung.

Der Fall zeigt, weshalb ein Fehlerspeichereintrag allein noch keine vollständige Diagnose darstellt. Er liefert einen wichtigen Hinweis auf das betroffene System, sagt aber nicht automatisch aus, welches Bauteil tatsächlich defekt ist. Erst durch die Prüfung des Systems, der Leitungen und der Einbausituation lässt sich die Ursache zuverlässig eingrenzen.

Kombinierter Marderschutz nach der Reparatur

Um das Risiko eines erneuten Marderschadens zu verringern, wurde anschließend ein Stop&Go-Marderschutzsystem mit Ultraschall und Hochspannungs-Kontaktplatten eingebaut. Der Ultraschall soll den Motorraum für das Tier unangenehm machen. Ergänzend geben die Kontaktplatten bei Berührung einen abschreckenden elektrischen Impuls ab – ähnlich dem Prinzip eines Weidezauns.

Die Kombination soll das Risiko weiterer Schäden reduzieren, stellt jedoch keine absolute Garantie dar. Wichtig sind außerdem die fachgerechte Montage und die sinnvolle Positionierung der Kontaktplatten an möglichen Laufwegen im Motorraum.

Eingebauter Marderschutz mit Ultraschall und Hochspannungs-Kontaktplatten
Kombinierter Marderschutz mit Ultraschall und Hochspannungs-Kontaktplatten.
Hochspannungs-Kontaktplatte des eingebauten Marderschutzsystems
Kombinierter Marderschutz mit Ultraschall und Hochspannungs-Kontaktplatten.

Fazit: Erst prüfen, dann Bauteile ersetzen

Die erneute Motorkontrollleuchte nur ein halbes Jahr nach dem Sensortausch ließ einen neuerlichen Defekt des Zubehörsensors zunächst plausibel erscheinen. Die gezielte Diagnose zeigte jedoch eine andere Ursache: einen Marderschaden im Bereich der NOx-Sensorleitung.

Nach der Instandsetzung funktionierte das System wieder einwandfrei. Bei der anschließenden Kontrolle wurden weitere Marderschäden am Unterboden festgestellt. Zusätzlich wurde ein kombinierter Marderschutz eingebaut, um das Wiederholungsrisiko zu verringern.

Gezielte Diagnose statt erneutem Sensortausch: Entscheidend ist nicht nur, welcher Fehler gespeichert ist, sondern wodurch er tatsächlich verursacht wird.

Motorkontrollleuchte oder wiederkehrender Sensorfehler?

Wir grenzen die tatsächliche Ursache gezielt ein, bevor Bauteile auf Verdacht ersetzt werden.

Mehr über Systemdiagnose und Fahrzeugelektronik

Termin zur Problemanalyse vereinbaren