Ein plötzliches und dauerhaftes Getriebegeräusch führte zu einem beschädigten Wälzlager. Durch eine gezielte Befundung konnte das vorhandene Getriebe

Ein plötzlich auftretendes, dauerhaftes Geräusch aus dem Antriebsbereich muss nicht zwangsläufig bedeuten, dass das komplette Getriebe ersetzt werden muss. Dieser Praxisfall zeigt, warum eine gezielte Befundung vor der Entscheidung über den Reparaturweg sinnvoll sein kann.
Das ungewöhnliche Geräusch war laut Kundenangabe plötzlich aufgetreten und anschließend permanent vorhanden. Am angehobenen Fahrzeug ließ es sich bereits durch das Drehen eines Rades deutlich reproduzieren und auf den Bereich des Getriebes eingrenzen.
Nach dem Ausbau zeigte sich beim Durchdrehen des Getriebes neben dem auffälligen Geräusch auch ein stellenweise erhöhter Widerstand. Als mögliche Ursachen kamen sowohl ein Lagerschaden als auch ein Problem an der Verzahnung infrage.
Eine eindeutige Beurteilung war von außen nicht möglich. Deshalb wurde zunächst die Zerlegung und genaue Begutachtung des Getriebes angeboten. Der tatsächliche Reparaturumfang und die damit verbundenen Kosten sollten erst nach Feststellung des Schadens besprochen werden.
Bei der anschließenden Prüfung der Getriebewellen, Lagerstellen, Verzahnungen und des im Getriebe integrierten Differenzials konnte die Ursache eingegrenzt werden.
Ein Wälzlager der zweiten Getriebewelle wies eine klar erkennbare Beschädigung auf. Die eigentliche Schadstelle war bei einer rein äußerlichen Betrachtung des eingebauten Lagers nicht zuverlässig zu erkennen. Erst die genauere Untersuchung machte den Defekt sichtbar.
Neben dem beschädigten Lager wurde auch das zweite Lager derselben Getriebewelle erneuert. Die übrigen relevanten Bauteile wurden auf mögliche Folgeschäden und Auffälligkeiten kontrolliert.

Nach dem Zusammenbau ließ sich das Getriebe wieder frei und gleichmäßig durchdrehen. Sowohl das zuvor vorhandene Geräusch als auch der stellenweise erhöhte Drehwiderstand waren nicht mehr feststellbar.
Die abschließende Prüfung des vollständig zusammengebauten Getriebes bestätigte das Ergebnis. Auch nach dem Wiedereinbau funktionierte das Getriebe wieder einwandfrei, wie uns der Kunde anschließend rückmeldete.
Zuvor war dem Kunden von einem anderen Betrieb der Austausch des vollständigen Getriebes angeboten worden. Das ist nicht grundsätzlich falsch: Nicht jede Werkstatt ist auf das Öffnen und die interne Instandsetzung von Getrieben eingerichtet.
In diesem Fall konnte das vorhandene Originalgetriebe jedoch gezielt repariert werden. Entscheidend war, den Schaden zuerst nachvollziehbar einzugrenzen, das Getriebe fachgerecht zu begutachten und den Reparaturumfang erst danach festzulegen.
Ungewöhnliche Getriebegeräusche sollten möglichst frühzeitig überprüft werden. Ob eine Instandsetzung technisch und wirtschaftlich sinnvoll ist, lässt sich erst nach einer sorgfältigen Diagnose und Befundung seriös beurteilen.
Sie hören ein ungewöhnliches Geräusch aus dem Getriebe oder möchten vor einem kostenintensiven Austausch eine fundierte Beurteilung? Kontaktieren Sie uns – wir prüfen den konkreten Fall und besprechen den sinnvollen Reparaturweg.